Brennessel

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alte Brennesseln
alte Brennesseln

Marrubium vulgare

Inhaltsverzeichnis

giftige Pflanzenteile!

medizinische Wirkung

Anwendung

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Heilkräuter / Heilpflanzen von Karl-Heinz Baake

Brennnessel (Urtica urens)

Urtica urens (kleine Br., einhäusig) und Urtica dioica (große Brennnessel, zweihäusig). Brennnesselgewächs.

Humoser Boden, wächst aber überall, vor allem auf urinreichem bzw. stickstoffreichem Boden. Zeigt Überdüngung bzw. Stickstoff an. Geeigneter Nachbar ist Pfefferminze, verstärkt deren Aroma. Fördert aber auch bei anderen Kräutern die Bildung von ätherischen Ölen. Auf Baumscheiben wirksam gegen die Ameisen, positive Wirkung auf die Wurzeln. Ernte kurz vor der Blüte zur Jaucheherstellung, nur von sonnenbeschienenen Pflanzen. Blätter können auch getrocknet werden 6 -7.

Hervorragendes Mulchmaterial, das die Fruchtbarkeit erhöht. Zusatz zum Kompost verbessert die Rotte. Bekämpft Pilzfäule bei Tomaten und verstärkt den Duft vieler Pflanzen. Unentbehrlich für viele Schmetterlinge, meistens in Schattenlage: Admiral (Larve bildet aus mehreren Blättern durch Spinnseide eine Schutzhülle), Distelfalter, Gelber Fleckleibbär, Goldeulenarten, Kleiner Fuchs (vollsonniger Platz, trockene Luft), Landkärtchen (nur Waldbrennnessel, schattig und feucht), Punktierter Fleckleibbär, Schönbär, Tagpfauenauge (sonniger, aber luftfeuchter Platz), Weißes C. Die Spätsommerraupen 8 - 9 bevorzugen frische Triebspitzen, da diese erheblich mehr lösliche Proteine enthalten, die sie für ihre Ernährung brauchen. In Versuchen wurde festgestellt, dass viele aromatische Kräuter wie Engelwurz und überhaupt Doldenblütler (wie Möhren, Sellerie, Bärwurz, Fenchel, Andenpolster, Dill, Liebstöckel, Kümmel und Petersilie) und Pfefferminze wesentlich mehr ätherische Stoffe entwickeln, wenn eine Brennessel daneben wächst.

Deshalb Brennnesseln im Sommer abmähen, für die Tagpfauenaugen Mitte/Ende Juli, für den kleinen Fuchs Mitte/Ende Juni.

Außer den Schmetterlingen bietet die Pflanze mehr als 100 Tieren Auskommen, die meisten leben von den Blättern. Die Blätter enthalten Amine Acetylcholin, Betain, Cholin, Histamin, Serotonin, Lezithin; äther. Öle (Ketone, Ester, freie Alkohole); Ameisensäure, Gallussäure; Flavonoide Quercetin, Isoquercitrin, Rutin, Kampferol, Isorhamnetin; Azetylcholin, Carotinoide (Lykopin, Beta-Carotin), Enzyme, Gerbsäure, Gerbstoff, Glucochinone, Glycosid, Hormone, Hydroxytryptamin, org. Säuren, phenolische Karbonsäuren, Silizium; Vitamine A (!), B2, C (!), E, K1, Folsäure, Pantothensäure; Mineralstoffe Eisen, Kaliumnitrat, Kalziumnitrat, Kieselsäure, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Schwefel, Beta-Sitosterin, Pflanzensäuren, Schleim, Wachs, Xantophyll und viel Chlorophyll. In den Samen sind Gerb- und Schleimstoffe, Sekretinen, viele Spurenelemente, Stimulinen und Vitamin E enthalten. Man sammelt sie im August. In den Brennhaaren befindet sich Acetylcholin, Histamin und Natriumformiat. In den Wurzeln sind Sterole, Sterylglucoside, Lignane, Gerbstoffe.

Die kleinere Art Urtica urens ist die aggressivere von beiden, die große Urtica dioica wird häufiger verwendet. - Siehe auch "Kräuterbrühen, -jauchen, -tees". - In den Blättern kann sehr viel Nitrat enthalten sein, nach einer Untersuchung der Uni Bonn 250 - 5.300 mg/kg. (Für Kopfsalat gilt eine Höchstgrenze in der Zeit von 11 - 4 von 3.500 mg, im Sommer von 2.500 mg). Wer sie für Salat oder Tee nutzen will, sollte beachten, nur nachmittags, nur sonnenbeschienene Brennesseln, nur an sonnigen Tagen, erst einige Tage nach einem Regen sammeln.

S: Die jungen Blätter bis Sommerbeginn, die Wurzel im Herbst. - Die Blätter werden zu Suppen gegeben oder zusammen mit Spinat als Gemüse gegessen, auch in Pfannkuchen, im Kräuterquark. Frische Sprossspitzen für Salate, zusammen mit Löwenzahnblättern und Sauerampfer oder Birkenblättern. Für Salate kurz mit heißem Wasser überbrühen, damit die Brennwirkung verloren geht, oder kleinhacken und mit Öl übergießen. Auch Auswalzen mit dem Wellholz ist hilfreich.



Autor, Lizenz & Quelle

Karl-Heinz Baake ("Der Bio-Gärtner")

Friedberg/ Hessen
Lizenz & Quelle: http://www.bio-gaertner.de

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