Erweiterung III z.G. von Wizard

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Teil 5 Rucksack - Eine weitere Aufstockung der Grundausrüstung

Der Rucksack ist ein heikles Thema, bei dem sich die Geister noch mehr scheiden, als bei anderen Themen dieser Art. Es stehen ja auch hunderte von verschiedenen Modellen zur Verfügung. Das geht vom billigsten Schrott, bis hin zum Superteil für mehrere hundert Euro. Da ich aber auch hier die angefangene Linie "preisgünstig und robust für Anfänger" beibehalten will, kommen die Luxusmodelle hier nicht zur Sprache.

Bei der Auswahl eines Rucksacks ist darauf zu achten, dass er robust, nicht zu klein und auf gar keinen Fall zu groß ist. Ebenso sollte man darauf achten, dass er nicht zu auffällig ist. Bei solchen Überlegungen landet man dann früher oder später meistens bei Rucksäcken in mittlerer Größe vom Militär oder zumindest ähnlichen Modellen.

Ich selber habe mehrere Rucksäcke, bevorzuge aber meistens einen "Jägerrucksack" von der Bundeswehr. Davon habe ich sowohl einen alten mit Metallverschlüssen, als auch einen neuen mit Verschlüssen aus Plastik. Der Neuere hat sich bisher trotz erhöhtem Plastikanteil als erstaunlich gut herausgestellt. Er steht dem alten in nichts nach. Beide habe ich übrigens für meine Zwecke "verbessert". Darauf werde ich aber erst später näher eingehen.


Unterteilung der Rucksäcke:
Rucksäcke kann man grob unterteilen in Rucksäcke mit und ohne Gestell. Bei denen mit Gestell noch in Außen- oder Innengestell. Rucksäcke mit Gestell sind in der Regel erheblich größer als Rucksäcke ohne Gestell und bequemer zu tragen. Sollte man sich für einen Rucksack mit Gestell entscheiden, sollte man meiner Meinung nach auf einen Rucksack mit Außengestell zurückgreifen. Hierbei sind zwei Dinge zu beachten, nämlich dass das Gestell so stabil wie möglich ist, und dass sich der "Taschenteil" ohne Probleme vom Gestell abnehmen lässt. Dieses hat dann nämlich den Vorteil, das man das Gestell auch als Lastenkraxe nehmen kann. Was wiederum sehr praktisch ist, da man auf einer Lastenkraxe alles Mögliche (sofern es nicht zu schwer und zu sperrig ist) festbinden und relativ bequem tragen kann.

Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen:
Jagdbeute, Feuerholz, Wasser (in einem Kanister), Handelsgüter, Umzugskartons (habe ich tatsächlich mal gemacht, als ich nur in eine andere Straße gezogen bin und als junger Mensch noch wenig Habe hatte).


Die von mir verwendeten Rucksäcke:
• Gestellrucksack
Genauere Angaben kann ich zu dem nicht mehr machen, da er schon einige Jahre auf dem Buckel hat und ich nicht mehr weiß, wer der Hersteller ist. Gekostet hat er mal so um die 200,- DM (Deutsche Mark, die Währung, die wir mal vor den Teuros hatten) und er hat ein abtrennbares Außengestell. Verwendung findet er mittlerweile eher selten, da er mir mit seinen rund 70 Liter Fassungsvermögen einfach zu groß ist. Man kommt zu leicht in Versuchung, da zu viel Gewicht reinzustopfen und festzuschnallen. Als "Fluchtrucksack" auch eher ungeeignet, weil einfach zu groß und zudem noch ziemlich "farbig" ist. Zum Wegschmeißen aber zu schade. Je nach Situation kann man den ja immer noch mit diversen Klamotten voll stopfen und auf einen Fahrradanhänger packen. Außerdem ist er ja immer noch dafür gut, wenn man mal ein paar Wochen zu Freunden fährt, dass man darin nur Bekleidung ohne Ausrüstung verpackt. Und natürlich dafür, um ihn bei Bedarf als Lastenkraxe zu verwenden.

• BW-Rucksack (Jägerrucksack)
Davon habe ich, wie schon geschrieben, gleich zwei. Abgesehen von Gebrauchsspuren, Alter und Plastikanteil sind beide in etwa gleich. Sie kosten nicht viel, je nach Bezugsquelle und Hersteller so zwischen 20 und 100 Euro. Mit 35 Litern Inhalt, bieten sie für einen "Fluchtrucksack" ausreichend Stauraum und Befestigungsmöglichkeiten. Zu beachten ist, dass solche Rucksäcke im unteren Bereich einen Feuchtigkeitsschutz haben. Also dass der Boden und die unteren paar cm wasserabweisend beschichtet sind oder aus einem solchen Material bestehen. Dieses dient dem Zweck, das man den Rucksack relativ gefahrlos auch mal auf einen feuchten Untergrund abstellen kann. Leider haben solche Rucksäcke in den wenigsten Fällen Hüft- und / oder Brustgurte. Dieses ist aber kein Problem, sowas kann man selber anfertigen und anbringen. Ebenso kann man weitere Befestigungen nach eigenen Bedürfnissen anbringen, da solche Rucksäcke in der Regel nicht aus einem Plastikmaterial wie Gestellrucksäcke bestehen, sondern aus Baumwolle oder ähnlichem. Bei meinen Rucksäcken habe ich z.B. zusätzliche Befestigungsgurte angebracht. Ursprünglich boten die Rucksäcke nur die Möglichkeit, dort Isomatte oder Schlafsack anzubringen. Nach der Änderung kann ich da beides anbringen und zudem noch meinen zerlegbaren Bogen. Sehr von Vorteil ist auch, dass bei beiden Rucksäcken die beiden Außentaschen nicht rundherum durchgehend mit dem Rucksack vernäht sind, sondern nur an den beiden Längsseiten. Dieses bietet den Vorteil, dass man ein Beil, eine Machete oder ähnliches durchschieben und befestigen kann.

Der neuere Jägerrucksack (auf Bild 1 gut zu sehen, der Feuchtigkeitsschutz):


Vor und Nachteile von Rucksäcken:
Der größte Vorteil bei Rucksäcke dürfte der sein, das man sie je nach Modell und Gewicht mehr oder weniger bequem auf dem Rücken trägt. Man hat also immer beide Hände frei. Viele, insbesondere die mittleren und kleinen Größen, haben zusätzlich eine Trageschlaufe, sodass man sie wie eine Tasche tragen könnte. Macht aber nur kurzzeitig Sinn z.B. wenn man sie nur ein paar Meter trägt oder sie irgendwo drauf legen will. Größere Rucksäcke besitzen zudem meistens noch einen Hüftgurt, seltener einen Brustgurt. Bei den mittleren und kleinen Rucksäcken fehlen diese in der Regel. Dieses ist aber nicht schlimm, da man mit etwas Geschick solche Gurte nachrüsten kann. Der Sinn solcher Hüft- und Brustgurte ist es, das sich der Rucksack bequemer und besser tragen lässt und man zudem daran noch Dinge befestigen kann. Rucksäcke die für einen Survivalfall gedacht sind, sollten in jedem Fall über solche Gurte verfügen. Richtig eingestellt sitzt damit der Rucksack wie angegossen, was das Bewegen mit dem Rucksack ganz erheblich erleichtert. Die meisten Rucksäcke verfügen zudem noch über aufgesetzte Taschen, Innenfächer und Befestigungsmöglichkeiten.

Der größte Nachteil eines Rucksacks dürfte der sein, das man ihn bei Bedarf nicht so schnell ablegen kann (was z.B. bei einem unfreiwilligen Aufenthalt im Wasser nützlich sein kann), wie z.B. einen Seesack, Reisetasche oder Koffer. Diese braucht man nämlich nur loszulassen. Ein weiterer Nachteil ist, dass sie in der Regel weit weniger Stauraum bieten als Koffer, große Reisetaschen oder Seesäcke.

• Da wir immer davon ausgehen müssen, dass wir die Sachen auch über längere Strecken und einen längeren Zeitraum tragen müssen, ist übermäßig viel Stauraum nicht wünschenswert. Besser gleich einplanen mit weniger auskommen zu müssen, als Sachen zurücklassen zu müssen, weil man sie nicht mehr tragen kann.

• Das schnelle und sichere An- und Ablegen von Ausrüstung (dazu gehört auch der Rucksack) kann und sollte in jedem Fall geübt werden.


Wie viel Liter Inhalt sollte ein Rucksack fassen können?
Je nach Kondition und Körpergröße etwa zwischen 30 und 50 Liter. Alles was erheblich drunter ist, ist für Kinder oder ungeeignet. Alles was weit drüber ist, ist nur für geübte Spezialisten brauchbar.


Was ist zu beachten?
Egal für welche Art und Größe von Rucksack man sich entscheidet, man muss damit im Ernstfall klar kommen. Das gilt sowohl für das Gewicht und den Inhalt, wie auch für den Tragekomfort und die Handhabung. Der beste Rucksack mit einer Unmenge an Ausrüstung nutzt einem gar nichts, wenn man damit nach 300 m nicht mehr von der Stelle kommt.

Bei der Auswahl des Rucksacks sollte man nach dieser Liste und in der Reihenfolge vorgehen:
• Wie viel Geld kann / will ich nur für den Rucksack ausgeben?
• Was für Modelle gibt es in dieser Preisklasse?
• Welche Modelle davon passen von der Größe her zu mir / dem angedachten Zweck?
• Welches sind davon die Robustesten?
• Welche davon haben Hüft- und Brustgurt und die benötigten Befestigungsmöglichkeiten (Schlafsack und Co) oder lassen sich nachrüsten?
• Welche dieser Modelle kann ich bei Bedarf mit "Bordmitteln" selber reparieren?
• Welche davon sind am unauffälligsten?

Sehr viele Modelle dürften dann nicht mehr übrig sein. Davon sucht man sich dann den heraus, der einem am Besten gefällt bzw. jenen der einem am Geeignetsten erscheint.


Inhalt:
Also das, was in und an dem Rucksack kommt. So manches davon sollte schon durch die Grundausrüstung und die anderen Erweiterungen vorhanden sein.

• 1 x lange Hose (Duplikat der Hose aus der Grundausrüstung)
• 2 x kurze Hosen (Duplikat der Hose aus der Grundausrüstung, nur in Knielänge oder etwas kürzer)
• 3 x T-Shirts (siehe Grundausrüstung)
• 1 x Pullover (nicht zu dick, bei Kälte „Zwiebelprinzip“ anwenden
• 3 x Strümpfe (siehe Grundausrüstung)
• 3 x Unterhosen (siehe Grundausrüstung)
• 1 x Unterhose lang
• 1 x Jogginganzug (Baumwolle, dient auch als Schlafkleidung wenn es kalt ist)
• 1 x dünne Stoffschuhe oder ähnliches (die sind z.B. dafür, wenn man durch Wasser laufen muss. Sollten das also vertragen.)
• 1 x Waschzeugbeutel mit Inhalt nebst Badehose (besser wasserverträgliche Turnhose, da diese auch als Schlafhose dienen kann)
• 1 x Handtuch mittelgroß
• 1 x Nähzeugsatz groß (wie groß muss jeder selber entscheiden, ebenso den Inhalt. Als Anhaltspunkt das kleine Nähset nehmen)
• 1 x großer Erste Hilfe Satz (wie groß muss jeder selber entscheiden, ebenso den Inhalt.)

Die Weiblichkeit sollte sich noch ein oder zwei Sport-BH und Monatsbinden aus Stoff einpacken. Für diese Binden gibt es im Netz verschiedenen Anbieter, muss sich jede selber die für sie passenden heraussuchen.

Außen dran kommen:
• 1 x Isomatte*
• 1 x Schlafsack*
• 1 x BW-Zeltplane*
• 1 x BW-Poncho*
• 1 x Haumesser
• 1 x Beil (wenn erwünscht)
• 1 x Seil (10 bis 15 m 9 mm Reepschnur oder 30 m richtiges Kletterseil nebst Schlaufe und ein paar Karabiner)

Die mit * gekennzeichneten Sachen wurden bei uns der besseren Handhabung wegen in passende Packsäcke verpackt.

Je nach gewählter Rucksackgröße, bietet der Rucksack noch Platz für diverse weitere Dinge:
• weitere Notnahrungsmittel (z. B. BP5)
• Dauerhaft haltbare Lebensmittel (z. B. Tee, Tütensuppen, Brühwürfel usw. in tragbarer Menge)
• Schnur (Paketschnur)
• Esbit (Reservepackungen)
• Reservestreichhölzer (vorzugsweise "Alleszünder" in einer Filmdose)
• Draht (1 mm Durchmesser, vorzugsweise rostfrei)
• Katzennetz (kann vielen Zwecken dienen, z.B. Hängematte, Fischernetz)
• Kabelbinder (in verschiedenen Größen für diverse Zwecke)
• Panzertape
• Bit-Schraubendreher und Bits (kompakt)
• Teppichmesser / Cutter mit verschiedenen Klingen zum Abbrechen (mit den Sichelklingen kann man z.B. bestens Tiere und Fische "aufbrechen" um sie auszunehmen)
• gute Kombizange
• kleine Taschenlampe mit Kurbelbetrieb

Selbstverständlich kann diese Liste nur als Anhaltspunkt dienen und sie ist beliebig erweiterbar. Letztendlich muss jeder selber wissen, was er braucht und wie viel er davon tragen kann. Zum Rucksack selber empfehle ich eine nicht all zu große, aber stabile, verschließbare Umhängetasche. In dieser kann man Dinge verstauen, die man erst mal mitnehmen möchte, die sich dann aber verbrauchen (z.B. Lebensmittel) oder man tut Dinge hinein, auf die man notfalls verzichten kann.

Anmerkung:
In den meisten Fällen, in denen in meinen Texten etwas von "Flucht" steht, ist nicht die Flucht (also ein überstürztes Fliehen) gemeint. Es handelt sich dabei viel mehr um einen vorher möglichst genau geplanten Standortwechsel. Deshalb steht es auch in Anführungsstrichen. Das Gleiche gilt auch für "Fluchtrucksack" und ähnliches.

Wizard

Teil 1 Vorsorge für Anfänger
Teil 2 Grundausrüstung
Teil 3 Erweiterung z.G.
Teil 4 Erweiterung II z.G.
Teil 6 Erweiterung IV z.G.

Autor: Wizard

Quelle: http://www.yggdrasil-forum.at/wiki/index.php/Verschieden_Ausr%C3%BCstungsteile

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