Erweiterung IV z.G. von Wizard
Aus Survival MediaWiki
Teil 6 Letzte Aufstockung der Grundausrüstung
So, nun von meiner Seite aus der letzter Teil zum Thema "Survival für Anfänger, Ausrüstung". Was nicht heißen soll, dass dann nichts mehr zu tun wäre. Ganz im Gegenteil!
Es geht um Schlafsack, Isomatte, Zelt und Tarp. Die Reihenfolge habe ich nicht einfach mal so gewählt, sondern nach Wichtigkeit. Ein Schlafsack ist sehr wichtig, ihn brauchen wir zum Schlafen und er kann verpackt auch noch als "Stuhl" dienen. Eine Isomatte ist auch wichtig, fällt aber fast schon unter Luxus. Auf sie könnte und kann man je nach Situation verzichten, wir haben (sollten haben) ja noch den Poncho und die Zeltplane, die auch als Unterlage dienen können. Ein Schlafsack ohne Isomatte ist kein ernstes Problem, es leidet allenfalls die Bequemlichkeit. Außerdem kann man sich da auch aus der Natur behelfen (z.B. Waldbett). Eine Isomatte ohne Schlafsack bringt es nicht wirklich, da hilft es auch nicht viel, wenn man sich mit Poncho oder Zeltplane zudeckt. Insbesondere, wenn es kalt ist. Ein Zelt hingegen kann schon als purer Luxus gewertet werden, zumal wir ja auch noch die Zeltplane und den Poncho haben (sollten). Sollte man also in die Lage kommen, dass man sich, aus welchen Gründen auch immer, von Ausrüstung trennen muss, stehen Zelt und Tarp auf der Liste ganz oben.
Schlafsack:
Die Angebotspalette ist gewaltig, und reicht von "ganz billig" bis "wurde in Gold aufgewogen". Auch wenn man sich da letztendlich selber entscheiden muss, rate ich mal von "ganz billig" ab. Ein Schlafsack sollte einigermaßen robust und unauffällig sein und nicht "wie angegossen" sitzen. Insbesondere bei der Länge sollte etwas mehr Luft sein.
Auch, wenn viele da jetzt erst mal mit Gegenargumenten kommen dürften, im Ernstfall gehört die Bekleidung und die darin / daran befindliche Grundausrüstung beim Schlafen unten in den Schlafsack (nicht Schuhe und Jacke, die nimmt man zusammengerollt als Kopfkissen). Sicher, man schwitzt beim Schlafen und die Sachen werden feucht. Aber das kann und sollte man eingrenzen so gut es möglich ist. Warum sollte man seine Kleidung unten in den Schlafsack stecken?
• Sicher vor Ungeziefer
• Friert bei Minusgraden nicht ein
Und ganz wichtig!
• Sollte man, aus welchen Gründen auch immer, gezwungen sein, schnellstmöglich zu verschwinden, ist das, was man am Schnellsten greifen kann, der Schlafsack. Den hat man nämlich schon in der Hand, wenn man herausschlüpft. Mit der anderen Hand kann man dann noch die zusammengerollte Jacke mit den Schuhen greifen, sofern diese nicht eh schon in der Kapuze vom Schlafsack stecken. Und somit hat man zumindest seine Kleidung und einen nicht unerheblichen Teil der Grundausrüstung gerettet.
Meiner Erfahrung nach, kann man übrigens die Temperaturangaben der Hersteller in die Tonne kloppen. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien die das testen. Vermutlich, indem sie jemanden frisch vom Äquator nach Nord-Sibirien verfrachten, und dann fragen ob er sich nackt darin wohl fühlt. ;D
Zum Beispiel lautet bei meinem Schlafsack die Angabe "für +5 bis + 20°C" (den ich mal vor gut 15 Jahren für 50 Mark gekauft habe). Ich hab damit schon bei -20°C gepennt und zwar ohne zu frieren und spätestens ab +15°C mache ich den nicht mehr zu, weil ich sonst darin eingehen würde. Ab +20°C liegt der meist nur noch als "Matratze" auf der Isomatte. Der Trick ist halt der, zu wissen, wie man das macht. Im Schlafsack pennt man nicht wie im heimischen Bett, also nackt oder im Nachthemd, sondern im Sommer mit T-Shirt und kurzer Turnhose oder ähnlichem und im Winter mit einem Jogginganzug oder ähnlichem (und wenn es sein muss, noch mit Socken). Die "Nachtkleidung" sollte nach Möglichkeit aus Baumwolle sein, oder zumindest einen größtmöglichen Anteil davon haben und unauffällig gefärbt sein. Also dunkel.
Ach ja, in der Regel wird jeder Schlafsack mit einer Packtasche (eher Sack) geliefert. Und in der Regel kann man diese vergessen, besonders in den unteren bis mittleren Preisklassen. Also kauft besser gleich einen dazu passenden, besseren Packsack. Möglichst einen mit "Kompression", da kann man den Schlafsack leichter und schneller reinstopfen und dann verkleinern. In diesen Packsack kann man dann beim Schlafen Jacke und Schuhe als Kopfkissen stecken.
Isomatte:
Auch hier ist die Auswahl an Material, Größe und Preis gewaltig. Für was man sich entscheidet, scheint mir rein vom Geschmack und Geldbeutel abhängig. Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Modelle, einschließlich guter Luftmatratzen, getestet. Einen wirklich großen Unterschied bei den Isomatten konnte ich beim Schlafen nicht feststellen, weshalb in der Notausrüstung die Billigste für 7,50 € steckt. Dafür aber in einem guten Packsack. Das Material der Isomatte ist empfindlich und könnte leicht Schaden nehmen, wenn man damit durchs Gebüsch kriecht. Der Packsack hält da einiges mehr aus, und kann auch noch für andere Zwecke gute Dienste leisten.
Was die Luftmatratzen anbelangt, so sind diese ein besonderes Thema. Gemeint sind hier nicht die billigen Plastikdinger für den Strand, sondern solche aus dickerem Gummi und mit Stoff überzogen. Die sind nicht ganz billig, halten dafür aber einiges aus und sind bequem. Leider auch ziemlich schwer und man braucht länger um sie aufzupumpen oder zu verpacken. Neben dem Vorteil der echten Bequemlichkeit, haben sie noch den Vorteil, das sie ziemlich gut schwimmen. Natürlich nicht gut genug, dass man damit samt Ausrüstung ein Gewässer überqueren könnte, aber die Ausrüstung alleine tragen sie sicher und halbwegs trocken. Man muss halt nur aus ein paar gut entasteten Schösslingen ein passendes Gerüst für die Stabilität bauen. Wir selber (meine Familie und ich) haben jeder so eine gute Luftmatratze bei der Ausrüstung. Wohlgemerkt bei, nicht in! Das heißt, je nach Situation könnten die mitgenommen werden. Allerdings nicht am oder im Rucksack, sondern auf dem Fahrrad oder einem Anhänger und schon gar nicht für den täglichen Gebrauch. Zumindest nicht, solange man dabei mobil sein muss.
Zelt:
Wie bei fast allen Ausrüstungssachen ist auch hier die Auswahl an Material, Form, Größe und Preis gewaltig. Der Nutzen hingegen ist in einem Survivalfall bisweilen recht fraglich. Zum Einen haben wir (sollten haben) die Zeltplane und den Poncho dabei, was im Grunde in den meisten Fällen ausreichend ist und zum Anderen ist ein Zelt bei einer möglichen Flucht (egal ob geplant oder nicht) während der Bewegungsphase eher hinderlich. Auf- und Abbau benötigen Zeit und man braucht den nötigen Platz. Zudem wiegt so ein Zelt, wenn an es tragen muss. Von der Auffälligkeit ganz zu schweigen.
In der Bewegungsphase muss man das Zelt täglich auf- und abbauen, was Zeit kostet, die man anderweitig bestimmt sinnvoller nutzen kann. Außerdem hört und sieht man in einem Zelt schlechter, was draußen passiert. Und wenn es sein muss, kann man sich aus einem Zelt nicht so einfach herausschleichen. Die Zeltplane / Poncho oder ein Tarp ist da wesentlich sinnvoller.
Wirklich Sinn macht ein Zelt dann, wenn man zumindest für ein paar Tage an einem festen Ort bleibt und zudem noch annähernd sicher ist, dass man nicht gestört wird.
Mit den Herstellerangaben für die Personenzahl, scheint es ähnlich zu sein, wie mit der Temperaturangabe für Schlafsäcke. Zumindest für Zelte, die für mehr als eine Person gedacht sind. Wir selber haben zwei Igluzelte, die für je zwei Personen angegeben sind.
In dem (geringfügig) Kleineren haben wir schon mit 2 Erwachsenen und 3 Kindern gepennt. Allerdings waren da die Kinder noch klein und es war sehr wenig Ausrüstung dabei. Und es war ziemlich eng. Aber es geht. Da die Kinder mittlerweile mehr oder weniger erwachsen sind, haben wir nun eben zwei Iglus. Aber das mit den Zelten kann auch ausarten. So schleppten mal Bekannte von uns zu einem Zeltwochenende ein Zelt an, das für 5 Personen gedacht sein sollte. Die Bauweise war in etwa die von unseren Iglus, nur eben größer und mit seitlichen "Auslegern". Unsere beiden Zelte standen in etwa 15 Min. (eine Person pro Zelt zum Aufbau), die brauchten für ihren Palast satte 2 Stunden und das mit zwei Erwachsenen und einem 15jährigen. Ich konnte mir die Frage nicht verkneifen, ob die dafür neben der Aufbauanleitung noch einen Stadtplan brauchen. In dem 5-Personenzelt hätten bestimmt auch bequem 15 Platz gehabt und tragen möchte ich das Ding eher nicht.
Also, wenn schon Zelt, dann:
(Rein meine Meinung, entscheiden muss sich jeder selber.)
• Für 1 bis 3 Personen Iglu in der Preisklasse zwischen 100 und 300 €. Auf wenig Gewicht und schnellen Auf- und Abbau achten und natürlich auf Unauffälligkeit.
• Bei mehr Personen nimmt man dann nicht ein größeres Zelt, sondern mehrere kleine, möglichst identische.
• Bei größeren Gruppen, so ab 10 Personen, sollte man tatsächlich über ein großes Zelt nachdenken. Ideal wäre hier eine Jurte. Nicht die von den Mongolen, sondern die von den Pfadfindern. Diese bestehen aus einzelnen Planen, die man auf die Gruppe verteilen kann, man kann darin ein Feuer machen und sie bieten bequem Platz für mindestens 15 Erwachsene. Zudem lassen sich die Planen auch anderweitig verwenden (z.B. Kohten, Kröten) oder bei ganz großen Gruppen auch mehrere Jurten zu einem Großbau zusammensetzen.
Tarp:
Ein Tarp ist im Grunde nur eine größere Plane, die man mittels Schnüren (manchmal auch zusätzlich mit Stäben) als leicht schräges Dach aufspannt. Bei Campern oft auch "Sonnensegel" genannt. Im Grunde tut es da jede x-beliebige Plane wenn sie groß genug ist um den Zweck zu erfüllen (schon gesehen, das in gewissen Personenkreisen hierzu aufgeschnittene Müllsäcke herhalten mussten). Optimal ist natürlich, wenn diese Plane einigermaßen wasserdicht ist, über Ösen verfügt und nicht auffällig gefärbt ist. Die preisgünstigste Version dürften Plane aus dem Baumarkt sein, welche dort in verschiedenen Größen als Abdeckplanen für Anhänger, Holzstapel und ähnliches angeboten werden. Neben preisgünstig sind sie auch sehr leicht. Allerdings nicht immer sehr haltbar. Käufliche Tarps sind da (je nach Preisklasse) stabiler und verfügen zudem noch über eine passende Packtasche. Für eine Person sollte so ein Tarp etwa 3 x 3 m oder größer sein. Bei mehreren Personen entsprechend größer. Allerdings gilt hier das Gleiche wie bei den Zelten, nämlich besser mehrere kleine als eine riesige.
Unser Tarp ist von Nordisk in 4,5 x 4,5 m. Neben den Ösen am Rand hat sie noch eine in der Mitte, was nicht immer von Vorteil ist.
Aufspannen lässt sich ein Tarp auf vielerlei Weise:
• zwischen Bäumen gespannt, mit oder ohne Unterstützung von Stäben.
• schräg nach einer oder zwei Seiten hin abfallend.
• als Zelt.
• frei stehend.
• höher oder niedriger.
• und, und, und ...
Ganz so wie es die jeweilige Situation ergibt oder man es braucht. Als Wetterschutz, um darunter zu lagern und / oder zu schlafen oder einfach nur um etwas abzudecken. Nur ein offenes Feuer sollte man nicht direkt darunter machen, das halten sie höchst selten aus.
Teil 1 Vorsorge für Anfänger
Teil 2 Grundausrüstung
Teil 3 Erweiterung z.G.
Teil 4 Erweiterung II z.G.
Teil 5 Erweiterung III z.G.
Autor: Wizard
Quelle: http://www.yggdrasil-forum.at/wiki/index.php/Verschieden_Ausr%C3%BCstungsteile


